Europa im Wandel – Mauern errichten oder einreißen? Ein Diskurs aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven – Anregungen für einen europabezogenen, digitalen Unterricht

Wohin steuert Europa? Starke aber gegenläufige Tendenzen liefern Konfliktstoff für eine Festigung der europäischen Einigung. Mit Sorge verzeichnen wir die euroskeptischen Töne, die bei den Briten immerhin zum BREXITgeführt haben. Uneinigkeit herrscht über den Umgang mit Flüchtlingen. Worauf müssen wir uns einstellen? Schaden Krisen oder sind sie ein Element der EU, an das wir uns gewöhnen müssen und als solche konstitutiv für Verständigung und Lösungen?
Zum besseren Verständnis unterschiedlicher nationaler Interessen haben wir eine Herangehensweise an das Thema aus tschechischer, österreichischer und deutscher Sicht gewählt.

Das ist möglich weil neben dem EBB (deutsche Sektion der AEDE) auch die tschechische und die österreichische Sektion als Kooperationspartner gewonnen werden konnten und der deutsche Veranstaltungsort in unmittelbarer Nähe zu den Nachbarländern gelegen ist.

Kurios, dass Abschottungsgelüsten und einer Rückbesinnung auf das Nationale eine rasant wachsende digitale europäische Zivilgesellschaft gegenübersteht. Wie geht das zusammen? Unsere Schülerinnen und Schüler wachsen in einer solchen offenen Gesellschaft auf. Wie reagiert Schule?

Wie reagiert Didaktik? Welche Herausforderungen aber auch welche Chancen ergeben sich für einen europabezogenen digitalen Unterricht? Praktiker sollen im Rahmen des Seminares konkrete online-Projekte vorstellen. Darüber hinaus bietet das Seminar vor allem Gelegenheit, Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Ländern persönlich (face to face) zu begegnen.
Als der EBB vor über 60 Jahren (1956) gegründet wurde, waren die Gründer 10 Jahre nach einem verheerenden Weltkrieg in erster Linie von der Friedensidee begeistert und speziell Deutschland erhoffte sich eine Wiedervereinigung in einem vereinten Europa. Vieles ist heute selbstverständlich, Euro-
pa spielt eine eigenständige weltpolitische Rolle aber nur, wenn es gelingt,diese Einheit auch zu festigen und zu stabilisieren. Der Europäische Bund für Bildung und Wissenschaft (EBB), ist ein gemeinnütziger und überparteilicher Verein von Lehrerinnen und Lehrern Erzieherinnen und Erziehern aller Bildungsbereiche (von der Vorschule bis zur Hochschule), der sich für die „europäische Dimension“ in der Bildung und Ausbildung einsetzt. Der EBB ist die deutsche Sektion der AEDE (Association Européenne des Enseig-
nants).

Die Reihe der Ortenburger Seminare gibt es seit über 20 Jahren. Der Markt Ortenburg, in früheren Jahrhunderten eine reichsunmittelbare Grafschaft,hat eine erstaunliche Geschichte. Als evangelische Insel im ansonsten katholischen Niederbayern (Landkreis Passau) hat Ortenburg im 17. Jahrhundert eine bedeutende Rolle als “europäischer“ Zufluchtsort für „protestantische Exulanten“ aus Österreich gespielt.

Die Veranstaltung findet als Kooperation mit der tschechischen und österreichischen Sektion der AEDE statt.

Zdenek Kohout
Präsident der tschechischen Sektion der AEDE
České Budějovice

Mag.a Elisabeth Dittrich,
Wien
Präsidentin der AEDE-Sektion Öster-
reich und Vizepräsidentin der AEDE Europe

Alfons Scholten
Bundesvorsitzender EBB-AEDE
Duisburg